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Charaktere nach Council District
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Asher Wilson
Obgleich das Lächeln oft vergebens gesucht wird und der schlechte Humor in der Regel zur absoluten Abschottung des jungen Mannes führt, scheint Einsamkeit niemals sein Begleiter gewesen zu sein. Stets zu einem sarkastischen Gegenangriff bereit, musste der Brünette bereits in jungen Jahren lernen, seinen Mann zu stehen und für die Ideale zu kämpfen, die jeden Tag zu einer neuen Herausforderung machen. Schon früh geriet er in die düsteren Schlingen der Kriminalität, ahnend, dass ein Sprung ins Loch keinen Rückweg mit sich bringen würde und dennoch wagte er den Schritt. Zugegeben, sein Lebenslauf glänzt bis heute nicht mit außerordentlichen Auszeichnungen, doch bereut hat Asher jene Entscheidung in frühen Jahren nie. Als Mitglied der Black Bones fand er seinen Sinn im Leben, fand ein Ziel und Freunde, wie Verbündete, für die es zu kämpfen lohnte. Dass auch in absehbarer Zeit kein Weg in legale Gefilde führt, schert den leidenschaftlichen Streetfighter mit zu viel angestauter Aggression wenig, ganz davon ab, dass seine Tätigkeiten im Dienste der Bones nicht schlecht vergütet werden.
Alter: 31 Jahre (*23. Oktober 1988)
Hauptberuf: Geldeintreiber
Nebenberuf: kein Nebenberuf
Wohnort: District 7
Beau Jenkins
Es ist ganz so, als hätte das Schicksal (wir reden hier prinzipiell nicht von Big G) es beschlossen: » Lass ihn rennen, den Jungen. « Vor allem im siebten District, versteht sich. Lass ihn hinter seinem Selbstverständnis herrennen, vor den lokalen Street Thugs fliehen, weil er ihnen zu rothaarig und zu wenig hetero ist, lass ihn davonrennen vor den Therapieversuchen seiner Hippiemum, der Heilpraktikerin (ohne Abschluss, aber mit Euphorie) für eine gesunde Sexualität, die man allgemein als MILF abgestempelt hat; lass ihn einfach rennen, damit er den Kopf frei bekommt. Wenn Beau Jenkinks mal nicht einen halben Marathon hinlegt, dann muss man den Kopf vielleicht in den Nacken legen und gen Himmel schauen, denn … ja, er ist Dachdecker. Die okkasionellen Stürze ausgeklammert, macht er seinen Job wirklich gewissenhaft, denn er ist ein guter Junge. Schon zu Schulzeiten gewesen, nur leider nicht mit einem glücklichen Händchen für die Partnerwahl – die übrigens mit noch jedem Klischee brechen durfte und darf. Nobody is safe! ~ Zusammen mit seinen besten Freunden (die hinter seinem Rücken rumvögeln zueinander fanden) lebt er in einer WG, lässt es sich dabei auch nachts nicht nehmen, die E-Gitarre zu strapazieren, lautstark in der Küche herumzuräubern und dann zu einer Skateboardtour aufzubrechen, wobei es das heimliche Hauptziel ist, sechshundertvierunddreißig Selfies auf allen möglichen Kanälen zu versenden, ehe er sich mit Kanapolous II. zum kollektiven Abzappeln auf dem Dancefloor trifft. Bis zum sonntäglichen Morgengrauen, sodass es danach nahtlos zum Babysitten seiner drei Halbgeschwister gehen kann. Der Lizardboy Goody-Good-Boy™ macht das schon möglich, keine Panik.
Alter: 24 Jahre (*13. Mai 1996)
Hauptberuf: Dachdecker
Nebenberuf: kein Nebenberuf
Wohnort: District 7
Camille Palmer
In dem Neonlicht auf dem billigen Klo des Clubs hat ihr roter Lippenstift einen unnatürlichen Blaustich, auf ihrem Handrücken ist verschmierter Eyeliner, der billige Ring hat einen grünlichen Schatten an ihrem Fingergelenk hinterlassen und sogar hier dringt ihr der künstliche Geruch von Rosen, der an ihren Haaren klebt, in die Nase und füllt sie aus. Sie findet ihr Spiegelbild perfekt. Camille Palmer zieht eine Zigarette aus der Packung Vogue Superslims und legt sie sich zwischen die Lippen, als das andere Mädchen aus der Kabine stolperte, schaut sie sie mit großen Augen an. „Und das ist dir echt passiert?“. Ihre Mundwinkel zucken nach oben, während sie die Zigarette anzündet, den Kopf in den Nacken legt und daran zieht. Sie atmet aus, der Rauch strömt ihr träge aus Mund und Nasenlöchern, sie streckt die Zigarette der anderen hin. „Warum sollte ich dich anlügen, wo ich dich doch ganz gern hab?“. Sie genießt die Reaktionen, die sie mit ihrer Geschichte bei den Menschen auslösen kann. Millie Baby, lone survivor of a family massacre. Siebzehn Jahre später interessiert sich in Wahrheit aber keiner mehr dafür, was damals passiert ist und aus Millie Baby, dem Kind, das eine Vorliebe für stille Ecke und dunkle Winkel gehabt hatte, war eine zweiundzwanzig Jahre alte Frau geworden, die sich zwischen scharfem Alkohol und lauten Bässen zerstreut, die dauerhaft kinda-between-jobs ist und sich für jede Situation einen Fluchtweg zurechtlegt. Und dann wird ihr klar, dass sich seit damals eigentlich wirklich gar nichts verändert hat.
Alter: 22 Jahre (*27. Mai 1998)
Hauptberuf: Arbeitslos
Nebenberuf: kein Nebenberuf
Wohnort: District 7
Clay Morris
Aufwachsend in einem Haushalt voll wechselnder Mutterfiguren in einer von vielen verschmutzten Buden im siebten District und der strengen Hand des volltrunkenen, nicht minder kriminellen, Vaters lernte Clay Morris – der eigentlich auf den Namen Cuthbert Morris geboren wurde, sich allen allerdings als Clay vorstellt – schnell auf eigenen Füßen zu stehen. Im Januar bereits sechsundzwanzig Jahre hinter sich gebracht, nicht wissend, ob der morgige Tag sein letzter sein könnte, machte der Knabe schon früh Bekanntschaft mit der Kriminalität und den widrigen Umständen in seiner Heimat und lernte, sich bestmöglich anzupassen. Ohne abgeschlossene Schulausbildung und der eher vagen Aussicht auf Erfolg in naher Zukunft bildet er eine gute Ergänzung zum allgemeinen Durchschnitt der Bewohner hier, hat er sich doch früh damit abgefunden, niemals in die Riegen der Obrigkeit aufsteigen zu wollen. Stattdessen arbeitet er bereits seit einiger Zeit im Freudenhaus der Black Bones, putzt Klos, wäscht befleckte Bettwäschen und widmet sich jedem noch so – buchstäblich – beschissenen Herzenswunsch der Damen und Herren, die offenkundig trotz allem über ihm in der Nahrungskette zu stehen scheinen. Dass er sein eher maues Gehalt als Zimmermädchen mit zahlreichen Einbruchdiebstählen aufpoliert, dient einerseits zur Sicherung seiner Lebenserhaltungskosten (die unter Anbetracht der Tatsache, dass er in einem Trailer ohne warmes Wasser, oder vernünftige Versorgung, natürlich übermäßig horrend ausfallen), andererseits auch als „Hobby“, Freizeitbeschäftigung, Ablenkung, Therapie … Vielseitig und universell einsetzbar.
Alter: 26 Jahre (*14. Januar 1995)
Hauptberuf: Zimmermädchen
Nebenberuf: kein Nebenberuf
Wohnort: District 7
Day Malgrin
Genauso wie der Mond, den sie in all seinen Phasen auf dem Rücken trägt, ist Day Malgrin trotz ihres Namens meistens nur nachts zu sehen. Und genau wie beim Gestirn gibt es auch an ihr Seiten, die für einen jeden Betrachter immer im Dunkeln bleiben werden. Bis zu einem gewissen Grad ist diese, ihr anhaftende Obskurität nicht verwunderlich. Als Mitglied der Black Bones gehört sie sicherlich zu einer ganz bestimmten Sorte Mensch; aus dem sonstigen „Geschäft“ der Bones kann und wird Day sich glücklicherweise heraushalten, verteibt sie doch als Dealerin allerhand Drogen. Wenn du sie also nicht mit ihrem Verkäuferlächeln an der Bar stehend oder auf sich im Rhythmus der Musik auf der Tanzfläche einer Diskothek bewegend antriffst, dann verschlägt es dich vielleicht in District 7, wo die Fünfundzwanzigjährige auch lebt, in diesen üblen Schuppen. Wie heißt der gleich? Ach, das Six Horse Hitch. Dort ist sie eine der Barkeeper, wobei du hier nichts von ihrer geschäftsmäßigen Freundlichkeit beim Dealen erwarten solltest – es sei denn, du bist auch hier aufgetaucht, um was von den Specials unterhalb des Tresen zu konsumieren. Hast du das nötige Kleingeld, bist du ihr sympathisch. Aber behalte deine Finger bei dir, ihre großen Brüder brechen sie dir sicher gerne, wenn Day ihnen nicht zuvorkommt. Denn obwohl sie klein ist, kann die Brünette mit der teuflischen Ader sich effektiv wehren. Ihr Geschick mit allerhand ‚Apparaten der Selbstverteidigung‘ kommt ihr dabei genauso zugute, wie auch ihre Versiertheit beim Taschendiebstahl oder Einbrechen. Kleine Kleptomanin, musst du wissen. Die würde sogar den Papst bestehlen, ihr Gewissen wäre damit absolut d’accord.
Alter: 25 Jahre (*05. April 1995)
Hauptberuf: Barkeeperin
Nebenberuf: Drogendealerin
Wohnort: District 7
Delilah Sullivan
Mit ihren bald 30 Jahren hat Delilah Sullivan eine beeindruckende Liste gescheiterter Lebenspläne vorzuweisen und besitzt nicht viel außer einem alten Truck, ihrer Gitarre und Sheriff, ihrem alten Hund. Aufgewachsen bei einer kriminellen Mutter hat sie immer wieder Abstecher zu Pflegefamilien oder Heimen gemacht und gelernt, niemandem zu vertrauen. Seit ihrem sechzehnten Lebensjahr sitzt ihre Mutter im Gefängnis und damit war Lilah auf sich allein gestellt. Jobs mit Menschen liegen ihr nicht besonders, Tiere mag sie dafür umso mehr - genau wie Musik. Sie schraubt gerne an Autos rum oder schreibt Songs, auch wenn sie nicht glaubt gut darin zu sein, weil sie ihrer Meinung nach in nichts gut ist. Das Wichtigste für sie ist die Tatsache, dass ihre Mom bald aus dem Gefängnis kommen wird, auch wenn sie nie zugeben würde, wie sehr sie an ihr hängt.
Alter: 30 Jahre (*31. Oktober 1990)
Hauptberuf: Stripperin
Nebenberuf: kein Nebenberuf
Wohnort: District 7
Effie Howe
„Ich will einen Fuck You Button bei Facebook.“, sagt sie ohne Facebook zu haben. Denn sagen tut sie viel, wenn der Tag lang ist. ‚Sagen‘ wie in Fluchen wie ein verdammter Matrose, auch, wenn das einzig feuchte in ihrem Alltag ihr Höschen und die Augen anderer sind, wenn sie sie mittels dieser dubiosen verbalen Gewalt (für alles andere ist sie, zugegeben, einfach zu schwach) auch das letzte Fünkchen Selbstvertrauen des Flachwichsers mit Arschkriechersyndrom austreibt. Schon schwer von Zeit zu Zeit nicht an dem geistigen Dünnschiss zu ersticken, der sich da ihre Kehle hinaufarbeitet, aber Effie wär‘ nicht Effie ohne tiefgreifende, auf physio- und psychologischer Basis nachweisbare Tatsachen in besonders eloquenter Form. Mit Mitte Zwanzig braucht man halt echt noch nicht auf die geistige Entwicklung setzen, die andere möglicherweise an den Tag legen. Fester Alltag, Biorhythmus, Ziele? Am Arsch du Lutscher. Eigentlich sind das ja sowieso nur Bekenntnisse ihrer Liebe und spätestens, wenn sie die eine oder die andere Nadel unter die Haut schiebt, ist jedes Ärgernis vergessen. Irgendwann hat sie sogar Mal gelernt, wie das geht, ohne gleich die 911 rufen zu müssen oder den fetten Arsch irgendwie aus dem Lucky Tattoo zu hieven. Ob’s nun für ein Tattoo, Piercing oder den nächsten Schuss ist; als Tattoo Artist Schrägstrich Drogendealerin hat man jedenfalls immer Kundschaft.
Alter: 24 Jahre (*22. Juni 1996)
Hauptberuf: Tätowiererin & Piercerin
Nebenberuf: Drogendealerin
Wohnort: District 7
Espen Wilder
Groß, grobschlächtig und undurchschaubar. Das sind die drei Dinge, die einem zu Espen Thore Wilder einfallen. Geboren und aufgewachsen im District 7 gab es für ihn nie eine andere Möglichkeit, als ein Mitglied der Black Bones zu werden, wie schon sein Vater vor ihm und genau das hat er geschafft. Eigentlich war es einmal sein Ziel professioneller Boxer zu werden doch mit den Crimson Lions als Inhaber des The Firm, hatte er diesen Wunsch nie wirklich verfolgt. Dafür geht sein Herz vollkommen in der Arbeit als Chief of Security im Juicy Lucy's auf. Eine ganz schön hochgestochene Bezeichnung für so eine Bande wie die Black Bones, was? Findet auch Espen und deswegen nennt er sich einfach nur Türsteher. Auch wenn er trotzdem deutlich über allen steht. Sagt er so nur niemandem ins Gesicht. Der brummige Enddreißiger liebt nämlich sein einfaches, leicht abgeschiedenes Leben. Dass vor allem sein Sohn immer unter seinen Launen leiden muss, tut ihm manchmal sogar fast leid - aber eben nur fast. Immerhin ist der Bengel schuld daran, dass seine große Liebe damals starb und er noch heute um sie trauert. Ein weiterer triftiger Grund wieso er ihm nicht ins Gesicht schauen kann, ist dass er seiner Mutter verflixt ähnlich sieht. Wie soll er sie je vergessen, wenn Milo ihn immer wieder an sie erinnert?
Alter: 37 Jahre (*27. März 1983)
Hauptberuf: Türsteher
Nebenberuf: kein Nebenberuf
Wohnort: District 7
Iris Anderson
Als ihre Eltern ihren Namen ausgewählten, haben sie sich ganz bestimmt nicht allzu viele Gedanken um dessen Bedeutung gemacht. Und Iris Eden Anderson schert sich auch nicht sehr darum, ob die Namensbedeutung nun irgendwas mit ihrer Persönlichkeit zu tun hat. Wenn sie sich vorstellt, ist sie einfach nur Iris. Der Rest geht einfach niemanden etwas an und Iris hat schon früh gelernt, dass es meistens auch besser ist, nicht sofort seinen ganzen Namen zu nennen. In ihrem noch relativ jungen Leben hat Iris bereits einiges erlebt und mit 23 Jahren als zweites von fünf Kindern geboren worden. Das sie in ihrem Leben auch eine andere Richtung hätte einschlagen können, ist Iris zwar bewusst, aber darüber denkt sie nicht nach. Die High School hätte sie beinahe abgebrochen, hat sie schlussendlich aber doch [wenn auch nicht mit den besten Noten] abgeschlossen. Gebraucht hat sie ihren Abschluss allerdings noch nicht, jobbte direkt nach der Schule mal hier im Supermarkt, mal dort in einem Cafe, bis sie eines Tages im Six Horse Hitch an der Bar stand und um einen Job als Barkeeper fragte. Auch wenn die Dame hinter der Bar am Anfang möglicherweise etwas skeptisch gewesen sein mochte, hat Iris bewiesen, dass sie es drauf hat. Es war vermutlich nur eine Frage der Zeit, ehe sie durch Day auch an die Black Bones geriet und hier auch als Drogendealerin anfängt. Allerdings passierte dies aus eigenem Antrieb heraus, hat sie irgendwann mitbekommen, was Day da nebenbei macht und will auch endlich genug verdienen um nicht mehr im Elternhaus oder bei One Night Stands übernachten zu müssen.
Alter: 23 Jahre (*07. August 1997)
Hauptberuf: Barkeeperin
Nebenberuf: Drogendealerin
Wohnort: District 7
Megara Young
Ein Sozialfall mit Aggressionsproblem und sechs Buchstaben? Ding, ding, ding. Hundert Punkte und ein Kinnhaken sind abzuholen bei Megara María Constanza Young, die dann gleich sehr nachdrücklich klar macht, wie ausgeprägt besagtes Aggressionsproblem ist. Gewaltprävention, was. Hier hat keiner irgendein Problem und wenn doch, dann wird das gefälligst vor der Tür geklärt. Eine gesunde Diskussionskultur hat ja noch nie jemandem geschadet. Meg hat auch immer ganz besonders schlagkräftige Argumente! Sich mit überschaubaren sechsundzwanzig Jahren durch das Pflaster zu boxen, ist aber auch ein hartes Brot. Darin macht ihr jedenfalls keiner was vor. Das könnte vielleicht auch nicht ganz unwesentlich an dem Umstand liegen, dass bei Kritik oder ‚Verbesserungsvorschlägen‘ gleich alle Alarmsirenen auf Rot schalten und man in diesem Fall idealerweise einen Sicherheitsabstand von mindestens zweihundert Metern hält. Am besten wechselt man einfach gleich das Land. Erwischt man sie dann tatsächlich Mal auf versöhnlichem Fuß (immerhin spürt man durch die Stahlkappen auch recht wenig), kann man sich fast sicher sein, ohne aufgestellte Nackenhaare bei Exxon sein Auto tanken zu können. Vielleicht – vielleicht – lächelt sie auch, wenn man ganz geschickt den Boden küsst. Aber Hand aufs Herz: im siebtem District gibt’s nichts zu lachen.
Alter: 26 Jahre (*17. Mai 1994)
Hauptberuf: Tankwärtin
Nebenberuf: Autodiebin & Hehlerin
Wohnort: District 7
Rhys Ames
Alter: 46 Jahre (*08. August)
Hauptberuf: arbeitlos
Nebenberuf: kein Nebenberuf
Wohnort: District 7
Rio Baker
Die Nacht wird zum Tag und der Tag zur Nacht, die Grenzen verschwimmen und wo gestern noch Klarheit herrschte, flackert heute das rote Lämpchen an der Decke, das sich an den letzten Draht des Kabels klammert. Mit einer Präzision, die man den von Kratzern, blutigem Schorf, blassen, wie auch frischen, rosa Narben und Tätowierungen überzogenen Händen gar nicht zutraut, löst Rio Baker das durchscheinende Wasserzeichen mit einer Pinzette von der Trägerfolie. Es herrscht Ruhe in dem kleinen Lagerraum, nur leise knarrt das Leder der schweren, schwarzen Combat Boots, die fest auf dem nach Bleiche und Seifenlauge riechenden Betonboden platziert sind. Rios Lippen sind leicht geöffnet, seine Atmung kontrolliert, während er seinem Beruf nachgeht – früh übt sich, bereits mit fünfzehn Jahren waren seine gefälschten Ausweise ein nettes Zubrot für die Bakers, deren jüngste Generation so bekannt ist wie der fucking Dalai Lama in … fucking … Indien oder wo auch immer man den anbetet. ‚Happy‘ nannte man Rio früher und tut es heute noch gelegentlich, ‚Sugar‘ ist die Kleinste und ‚Slegde‘ der Älteste. Der familiäre Zusammenhang ist eng, schließlich waren die Eltern nie da – aber vermisst hat er wohl mehr seine Berufung als seine Geschwister, als man ihn für dreizehn Monate semipermanent von der Straße pflückte. Hatte n kleinen Ausraster, der König der Ratten. Ja, ja. Der Titel kommt von seiner Band: River Rats. Und mit ihr ist auch das Ding mit der Berufung gemeint. Bis der Schweiß von der Decke zu tropfen beginnt, bis im Moshpit blaue Augen, blutige Nasen und gebrochene Gliedmaßen angesagt sind, bis Rios Stimme nur noch ein heiseres Schreien ist und die Finger wund die Saiten des E-Bass bespielen, solange und darüber hinaus brennt er für die Musik, die ihn durch die Nacht begleitet. Und die Nacht wird zum Tag und der Tag zur Nacht – irgendwo dazwischen verliert sich Rio in Anarchie und Chemie.
Alter: 26 Jahre (*07. August 1994)
Hauptberuf: Tankwart
Nebenberuf: Fälscher
Wohnort: District 7
Toulouse Saynsberry
Ein träger Blick gleitet über die Menschen der Stadt, sie kümmern ihn nicht, er hat nichts mit ihnen zu tun und dennoch schiebt sich der hochgewachsene Körper jeden Tag durch die Menschenmengen auf den Straßen Baton Rouges, kämpft sich durch die Districte von seiner Wohnung zu seiner momentanen Arbeitsstelle als Barista in einem verdammten Starbucks. Hätte man ihm auf dem College gesagt, dass er in einer Zweizimmer-Wohnung im District 7 landen würde, hätte er vermutlich nur mit den Schultern gezuckt. Schon früh war ihm klar gewesen, dass er mit seinen Study Debts nicht viel vom Leben erwarten durfte, wenn er nicht das große Los zog und sofort einen Job fand, der gut bezahlte. Und natürlich meinte es das Leben von Toulouse Saynsberry nicht so gut mit ihm, warum sollte es auch. Die Uni gerade abgeschlossen, ein ausgezeichneter Cyber Engineer und er arbeitet bei einem verfluchten Kaffeekonzern und serviert iditotischen Hipstern und geschäftigen Anzuträgern lächelnd ihre Caramel Mochaccinos in Grande oder den schwarzen Kaffee mit Sojamilch. Laktosefrei war das neue In der letzten Jahre, der Amerikaner würde es nie verstehen, mit seinen 24 Jahren war er aber vielleicht auch schon zu alt oder noch zu jung um diese ganzen Hypes zu verstehen. Das dieser zynische Wuschelkopf also noch immer keine Freundin hat und seine Familie ihn mittlerweile für schwul hielt, war also kein Wunder. Dazu wohnte er noch mit so einem dubiosen Kerl zusammen. Zumindest fand das seine Schwester Alaska, die nur einmal zu Besuch gekommen war und Bert nie gesehen hatte. Aber ein bisschen komisch war das Dickerchen schon. Musste selbst Loui zugeben.
Alter: 24 Jahre (*14. Juni 1996)
Hauptberuf: arbeitlos
Nebenberuf: Barista
Wohnort: District 7
Virginia Lemons
So nah am American Dream vorbeigeschrammt, was, Kleines? Der Magen knurrt wieder und der Saum der Jeans ist auch irgendwie nass – sie wird das Gefühl nicht los, ihre Kleidung würde gar nicht mehr richtig trocknen, wenn sie nicht die Extramünzen im Waschsalon einwirft, denn die Luft macht keinen so guten Job wie die Maschine. Und richtig unterbringen … Ja, gut, das sind weder Virginia Lemons noch ihre Klamotten, die sie in einem Segeltuchrucksack von A nach B schleppt auf der Suche nach einem Schlafplatz für die Nacht. Dann und wann ergibt sich etwas Gutes, ein leerstehendes Haus, ein Zimmerchen im Obdachlosenheim oder jemand, der sie aus Mitleid in der Kneipe irgendwo auf einer Bank pennen lässt. Ihren Lebensunterhalt verdient sich die 21-Jährige mit Gelgenheitsjobs, die meist sonst keiner machen will und auf einen oder zwei Tage beschränkt sind. Die Bezahlung ist in Ordnung, aber nicht jeder nimmt ein dahergelaufenes Mädchen. Außer natürlich die Black Bones, denen sie gerade wegen ihrer Obdachlosigkeit geflissentlich aus dem Weg geht - wenn sie überhaupt wüsste, nach wem sie Ausschau halten muss. Manchmal hilft es dann nichts und Ginny muss stehlen, was ihr in ihren ethisch-moralischen Prinzipien überhaupt nicht passt – aber diese hat sie ja eigentlich schon lang über Board geworfen, denn sie ist nicht ohne Grund in diesem Drecksloch Baton Rouge: Mit ihren blauen, ach so unschuldigen Augen sucht sie jeden Winkel von District 7 nach Spuren ab, die auf den Verbleib ihres Vaters hindeuten. Sie hat mit ihm eine Rechnung offen – und nur sein Leben kann die Schulden decken, die er auf sich geladen hat. Dabei hatte sie eigentlich ganz andere Pläne, als mit Anfang zwanzig zur Mörderin zu werden. Da lacht ihr wahrscheinlich drüber, ja, aber die Kleine hat sogar Kriminalistik studiert (Ohooo!) und mit 'ner Waffe umgehen kann sie auch ganz passabel. Irgendwie wird’s schon hinhauen – und solange sie der Hass antreibt, fährt ihr die Kälte nicht so in die Knochen.
Alter: 21 Jahre (*14. November 1999)
Hauptberuf: Arbeitslos
Nebenberuf: kein Nebenberuf
Wohnort: District 7
Zeke Mercer
Der Witz am Leben ist: Wir haben alle dieselbe Pointe. Nicht, dass Ezekiel Zeke Mercer sich für das Wort „Pointe“ interessieren oder es gar benutzen oder verstehen würde, aber die Essenz der Aussage hat er schon lange begriffen. Es gibt nur wenig, was den Menschen noch begeistert, und unsere Neugier, unsere Sensationslust und die ständige Langeweile treiben uns alle voran auf der Suche nach dem nächsten Kick. In Gegenden wie dem siebten District gibt es nur die Gratwanderung zwischen den Extremen – Monotonie oder Hysterie. Die Aufregung macht man sich hier selbst, es gibt genügend Möglichkeiten. Und, wenn einem gerade nichts einfällt, dann ist Zeke ein Garant für den Nervenkitzel der besonderen Natur. Als Ex-Knacki hat er mehr Zeit hinter schwedischen Gardinen verbracht, als ihm lieb ist – da kann man draußen schon ein bisschen Unterhaltung gebrauchen. Die Zeiten im Knast haben ihn verändert, das systematische Kleinkriegen verschärfte nur Problematiken, die ohnehin schon vorhanden waren und mittels derer er sich frühzeitig einen Namen machte. Deswegen ist er als Türsteher im Juicy Lucy’s auch so gefragt, denn ehrlich … sein Ruf eilt ihm voraus und mit den negativen Seiten dessen will man keine Bekanntschaft machen, wenn man keine masochistischen Neigungen oder einen akuten Todeswunsch hegt. An seinen guten Tagen und mit der richtigen Ausgangslage allerdings kann man Zeke auch für einen Auftrag, sei er legal oder illegal, gewinnen; mit der entsprechende Gegenleistung, versteht sich. Nichts im Leben ist im umsonst, schon gar nicht hier. Daher hat Zeke diesen Nebenjob in der Autowerkstatt - vielleicht auch ein bisschen deswegen, weil ihm die Schrauberei und Motoren Spaß machen. Die übrige Zeit verbringt er mit seinem Freundeskreis an jungen Delinquenten wie er auch einer ist, die ihn in jeder Lebenslage zur Seite standen. Für sie, die zur Familie für ihn gehören, ist ihm kein Weg zu weit, keine Handlung zu drastisch – denn es gibt keine tieferen Abgründe als die, in denen er sich ohnehin bewegt. Womit wir wieder bei der Pointe wären: Schlussendlich gehen wir alle drauf, egal, wer wir sind oder wer wir waren. Der Tod diskriminiert nicht.
Alter: 27 Jahre (*18. Februar 1993)
Hauptberuf: Türsteher
Nebenberuf: kein Nebenberuf
Wohnort: District 7